ANTIGONE

„Zahlreich ist das Ungeheure, doch nichts ungeheurer als der Mensch.“ Das Drama „Antigone“ von Sophokles steht im Mittelpunkt des Antiken-Projekts 2017 in der überwältigenden Kulisse des Archäologischen Parks am Magdalensberg, mit dem wir unsere Kooperation mit dem Landesmuseum Kärnten unter Dir. Igor Pucker fortsetzen. Wie auch im Vorjahr liegt die Regie in den Händen von Erfolgsregisseurin Ute Liepold, die zahlreiche Inszenierungen realisiert hat und bereits zweimal für den Nestroypreis nominiert war. Damit wird an die Vorjahresproduktion von Aischylos’ „Die Perser“ angeknüpft, die im letzten Jahr zu einem überraschenden Publikumserfolg wurde. Das Stück „Antigone“ erzählt die Tragödie einer starken Frauenfigur im antiken Theben. König Kreon verbietet die Bestattung von Polyneikes, da dieser gegen die Stadt Krieg geführt hat. Dessen Schwester Antigone übertritt das Verbot und bestattet Polyneikes heimlich vor den Toren der Stadt. Gegen den Protest seines Sohnes Haimon, der mit Antigone verlobt ist, bestraft Kreon Antigone damit, bei lebendigem Leib eingemauert zu werden. Mit dramatischen Folgen: Antigone bringt sich um, darauf tötet sich auch Haimon, und schließlich nimmt sich auch noch Kreons Ehefrau Eurydike das Leben. Das antike Drama stellt die Frage nach dem richtigen Regieren und führt mit drastischen Mitteln den Widerspruch von Gewissensverpflichtung und staatlichem Gesetz vor Augen.

„Doch meiner Lebtag wird kein Weib regieren!“In Athen wahrscheinlich im Jahr 442 v. Chr. uraufgeführt, ist die Tragödie das zuerst aufgeführte Stück von Sophokles' „Thebanischer Trilogie“, zu der außerdem König Ödipus und Ödipus auf Kolonos gehören. Die Titelfigur Antigone ist in der griechischen Mythologie eines der vier Kinder der inzestuösen Verbindung von Ödipus und Iokaste. Mit ihrem Beharren auf der Pflicht zur Bestattung des Bruders und der damit einhergehenden Auflehnung gegen König Kreon wurde sie zur Verkörperung von Zivilcourage und Emanzipation. Für den Philosophen Georg Friedrich Hegel ist die Geschichte von Antigone der Ausdruck der Kollision von zwei Grundverpflichtungen des menschlichen Zusammenlebens: dem Gehorsam gegenüber dem Gesetz und der familiären Verpflichtung. Kreon muss erkennen, dass die Verantwortung bei ihm und die Schuld in seiner Hybris liegt. Der Stoff wurde vielfach aufgegriffen und neu interpretiert, u.a. von Hölderlin, Jean Anouilh oder Bertolt Brecht. Das Theater wolkenflug zeigt das Stück in einer textgetreuen Übertragung ins Deutsche. „Denn nichts erwuchs als ärgrer Brauch den Menschen als das Geld.“